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Lingua monarchica an der Peripherie. Die Rolle der deutschen Sprache im politischen und sozialen Leben Kroatiens im 18. Jahrhundert


Horbec, Ivana
Lingua monarchica an der Peripherie. Die Rolle der deutschen Sprache im politischen und sozialen Leben Kroatiens im 18. Jahrhundert // Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 26 (2018), 26; 35-50 (međunarodna recenzija, članak, znanstveni)


Naslov
Lingua monarchica an der Peripherie. Die Rolle der deutschen Sprache im politischen und sozialen Leben Kroatiens im 18. Jahrhundert
(The role of the German language in the political and social life of 18th-century Croatia)

Autori
Horbec, Ivana

Izvornik
Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (1865-5696) 26 (2018), 26; 35-50

Vrsta, podvrsta i kategorija rada
Radovi u časopisima, članak, znanstveni

Ključne riječi
Habsburgermonarchie, 18. Jahrhundert, Kroatien, Deutsche Sprache
(Habsburg Monarchy, 18th century, Croatia, German language)

Sažetak
Obwohl Deutsch schon seit Beginn der Herrschaft des Hauses Habsburg 1527 in der kroatischen Verwaltung und Gesellschaft präsent war, insbesondere durch die militärische Verwaltung und in militärisch-wirtschaftlichen Angelegenheiten während jahrhundertelanger Kriege gegen das Osmanische Reich, verstärkte sich sein Gebrauch während des 18. Jahrhunderts, in dem sich die habsburgische Macht im Gebiet Kroatiens mit vielen Reformen festigte, die auf die Schaffung von protomodernen staatlichen Strukturen abzielten. Diese Reformen führten zu wesentlichen Veränderungen der sprachlichen Praxen im politischen und öffentlichen Leben Kroatiens. Kroatisch war die Muttersprache der Mehrheit der Bevölkerung und des Adels als „des politischen Volkes“. Daher ist es gerechtfertigt anzunehmen, dass Kroatisch im öffentlichen Bereich am meisten in Gebrauch war. In den Verwaltungsangelegenheiten und im Schulwesen der frühen Neuzeit finden wir aber fast ausschließlich Latein, das auch in der Schriftsprache (Briefwechsel, Wissenschaften, Literatur) überwog. Die Tätigkeiten der politischen und intellektuellen Elite waren im ganzen Ungarischen Königreich viel tiefer vom Gebrauch des Lateins durchdrungen als dies im Rest der Habsburger Monarchie und letztendlich im übrigen Europa der Fall war. Obwohl Ungarisch die Muttersprache des größten Teils des ungarischen Adels war – zu dem im politischen Sinne auch der kroatische Adel zählte, und obwohl ein Großteil der kroatischen Adelsfamilien – insbesondere der Magnatenfamilien – ungarischer Herkunft und das Lernen der ungarischen Sprache Teil ihrer Ausbildungsstrategien war, stellte Latein beim Adel eine lingua communis dar, nicht nur als Verständigungsmittel, sondern auch zur Sicherung der Gleichberechtigung bei der Teilnahme an gemeinsamen Regierungsinstitutionen und somit an politischen Entscheidungsprozessen. Der öffentliche Bereich war hier daher betont latinisiert, obwohl sich in die Reinheit der lateinischen Sprache oft lokale Ausdrucksweisen mischten. Hinzu lernte der gebildete Adel regelmäßig Französisch oder Italienisch und gebrauchte diese Sprachen in seiner privaten Korrespondenz. Im 18. Jahrhundert und insbesondere gegen dessen Ende maß man in einem solchen sprachlichen Umfeld der deutschen Sprache eine immer größere Bedeutung bei. In den Quellen aus dem kroatischen Gebiet kam Deutsch immer öfter als Sprache vor, mittels derer die gesellschaftliche Elite ihren Kosmopolitismus, aber auch ihre politische Macht zeigte, hinter der der Wiener Hof stand. Im Einklang mit starken Integrationsprozessen in der Monarchie ging Deutsch daraufhin in die Schulen und auch in die Verwaltung ein – zunächst indirekt in die Schriftentwürfe und interinstitutionelle Geschäftskommunikation, bis es schließlich von 1784/1786 bis 1790 (erfolglos) zur Verwaltungssprache erklärt wurde. Während des ganzen Zeitraums blieb Deutsch ein Symbol – der Zugehörigkeit zu einem gesellschaftlichen Kreis, der Bildung, der Übernahme aufklärerischer Ideen, nicht zuletzt aber auch der absolutistischen Herrschaft. Ziel dieser Arbeit ist es, die Umstände vorzustellen, die die Präsenz der deutschen Sprache im gesellschaftlichen und politischen Leben Kroatiens im 18. Jahrhundert beeinflussten, ihre Gebrauchspraxis zu analysieren und Muster und Motive für die Auswahl des Deutschen als Fremd- und als Kommunikationssprache zu ermitteln. Mittels überlieferter Korrespondenz, gesellschaftlich- politischer Abhandlungen, literarischer Werke und Verwaltungsschriften versuche ich die Rolle der Deutschkenntnisse für Laufbahnen oder gesellschaftlichen Einfluss von Einzelnen und die Rolle des Deutschen bei der Übermittlung von Ideen und bei gegenseitigen kulturellen Verflechtungen darzustellen. Des Weiteren versucht man, die Motive des Wiener Hofes für seine Förderung des Erlernens und Gebrauchs der deutschen Sprache, den Einfluss der steigenden Bedeutung der deutschen Sprache auf Ausbildungsmodalitäten und letztendlich die Fälle zu beleuchten, wo der Gebrauch des Deutschen zu einer politischen Frage wurde.

Izvorni jezik
Ger

Znanstvena područja
Povijest



POVEZANOST RADA


Projekt / tema
HRZZ-UIP-2013-11-4919 - Od protomodernizacije do modernizacije školstva u Hrvatskoj (18. i 19. stoljeće) (Ivana Horbec, )

Ustanove
Hrvatski institut za povijest, Zagreb

Autor s matičnim brojem:
Ivana Horbec, (236730)

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Horbec, Ivana
Lingua monarchica an der Peripherie. Die Rolle der deutschen Sprache im politischen und sozialen Leben Kroatiens im 18. Jahrhundert // Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 26 (2018), 26; 35-50 (međunarodna recenzija, članak, znanstveni)
Horbec, I. (2018) Lingua monarchica an der Peripherie. Die Rolle der deutschen Sprache im politischen und sozialen Leben Kroatiens im 18. Jahrhundert. Jahrbuch des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 26 (26), 35-50.
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