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Der implizite Bewußtseinsinhalt in der Phänomenologie und der analytischen Philosophie


Janović, Tomislav
Der implizite Bewußtseinsinhalt in der Phänomenologie und der analytischen Philosophie 2006., doktorska disertacija, Fachbereich 05: Philosophie und Philologie, Mainz, Njemačka


Naslov
Der implizite Bewußtseinsinhalt in der Phänomenologie und der analytischen Philosophie
(The Implicit Content of Consciousness in Phenomenology and Analytical Philosophy)

Autori
Janović, Tomislav

Vrsta, podvrsta i kategorija rada
Ocjenski radovi, doktorska disertacija

Fakultet
Fachbereich 05: Philosophie und Philologie

Mjesto
Mainz, Njemačka

Datum
14.08

Godina
2006

Stranica
210

Mentor
Seebohm, Thomas - Wiegand, Olav

Neposredni voditelj
Wiegand, Olav

Ključne riječi
Intentionalität; impliziter Inhalt; Innen- und Außenhorizont; Noema; kognitive Relevanz; Wahrnehmung; Gestaltpsychologie; Phänomenologie; analytische Philosophie des Geistes
(Intentionality; implicit content; inner and outer horizon; Noema; cognitive relevance; perception; gestalt-psychology; phenomenology; philosophy of mind)

Sažetak
Die Arbeit wurde durch die Erkenntnis motiviert, daß die Theorie der Intentionalität ohne eine Theorie der impliziten Intentionalität -- der "mitbewußten Erfahrungsinhalte" -- unvollständig ist. Die Anlage einer solchen Theorie gründet in der Annahme, daß die impliziten Erfahrungsinhalte intentional wirksam sind: daß sie zur "Konstitution" der intentionalen Objekte -- im Husserlschen Sinn des -- beitragen. Die Bedingungen und Unsätande dieser Wirksamkeit herauszuarbeiten, ist das Hauptziel der vorliegenden Untersuchungen. Die impliziten Erfahrungsinhalte sind Bestandteil des Bewußtseinsfeldes in Sinne von Husserls Schuler Aron Gurwitsch. Laut Gurwitsch kann ein Erfahrungsinhalt, abhängig von seiner Funktion im Bewußtseinsfeld, entweder in der Beziehung der "Kopräsenz", der "Kohärenz" oder der "Relevanz" zu den mitgegebenen Inhalten, das heißt zu dem Rest des Bewußtseinsfeldes stehen. Jeder der drei Beziehungstypen -- Arten des impliziten Inhalts -- unterliegt einer eigenen Form der Typik -- den Gesetzmäßigkeiten der Identität intentionaler Objekte ("Noemata"), abhängig vom Typus der gegenständlichen Beziehung ("Noesis") und der Konstitutionsebene. Die ersten zwei Beziehungsmodi, die Kopräsenz und die Kohärenz, sind Charakteristika der schlichten (vorprädikativen) Wahrnehmung oder anderer auf solcher Wahrnehmung gründenden mentalen Tätigkeiten (wie etwa die Phantasievorstellung). Außerdem bestimmen sie zusammen mit kinästhetischen Gesetzmäßigkeiten und den Regeln der dynamischen Wahrnehmung die Bedingungen der vorbewußten (automatischen) Handlungsintentionalität. Der dritte Beziehungstyp, die Relevanz, ist vornehmlich der prädikativen (kategorialen) Erfahrung vorbehalten -- der doxischen Wahrnehmung und den Sprach- und Denkakten. Die Relevanzbeziehung ist durch jene Gesetzmäßigkeiten definiert, die das Verhältnis des thematisch intendierten Gegenstandes zu seinem impliziten Hintergrund (dem „ intentionalen Horizont“ ) bestimmen. Da aber der phänomenale Kontext, in den der Gegenstand eingebettet ist, endlos variieren kann, sind auch die Variationsmöglichkeiten seiner Erscheinungs- und Verhaltensweisen unbegrenzt. Die Aufgabe des Relevanzbegriffes -- analog dem Kohärenzbegriff -- ist, dieser unendlichen Variation systematisch Grenzen vorzuschreiben. Das heißt: Nur die relevanten Hintergrundinhalte (implizite "Annahmen" oder "Überzeugungen") sollten als intentional wirksam gelten -- die phänomenale Identität des intendierten Gegenstandes mitbestimmen. Die Dissertation ist in vier Kapiteln geteilt. Der Zweck des ersten, einführenden Kapitels ist die Einbettung meines Vorhabens in die übergeordnete zeitgenössische Diskussion zum Thema Bewußtsein und Intentionalität. Ich versuche, das postbehavioristische Projekt der Naturalisierung des Geistes kritisch zu beurteilen und die Umrisse einer nicht-reduktionistischen "Wissenschaft des Geistes" zu entwerfen. Die Aufgabe des zweiten, umfangreichsten Kapitels ist die kritische Darstellung der Theorie der impliziten Erfahrungsinhalte im Kontext der phänomenologischen Intentionalitäts-Konzeption, und zwar mit besonderem Hinblick auf die Husserlschen Begriffe "Innen-" und "Außenhorizont". Das Thema des dritten Kapitels ist der Vergleich des phänomenologischen Begriffs des impliziten Erfahrungsinhalts mit einigen Ansätzen der zeitgenössischen analytischen Philosophie der Wahrnehmung -- insbesondere mit den Ansätzen von Dretske ("analoge Kodierung"), Peacocke ("nichtkonzeptueller Szenario-Inhalt") und Dennett (das "Filling-In"-Phänomen). Dretske und Peacocke setzen sich -- auf sehr unterschiedliche Weise -- mit dem Problem der Beschreibung der "sensorischen" Erfahrungsebene auseinander und kommen zu dem Schluß, daß es eine solche Erfahrungsebene -- zumindest in ihrer reinen Form -- nicht gibt. Ich versuchte zu zeigen, daß ihre Analysen -- trotz der terminologischen, konzeptuellen und methodischen Unterschiede -- jenen phänomenologischen -- Husserls und Gurwitschs -- homolog sind. Und wenn die genannten Erklärungsansätze zum impliziten Wahrnehmungsinhalt auch zu gewissen Mißdeutungen führen, so sind sie dennoch lehrreich -- indem sie nämlich die Folgen der unkritischen Akzeptanz der Konstanzannahme aufzeigen. Im letzten Kapitel wird die Möglichkeiten einer Theorie der impliziten Relevanz erörtert. Daß Relevanz, in diesem Sinn verstanden, sowohl mit der biographischen Situation (sedimentierten früheren Erfahrungen) wie auch mit dem intersubjektiv begründeten Wissensvorrat (dem "gesunden Menschenverstand") zusammenhängt, liegt auf der Hand -- ein Umstand, der in der phänomenologischen Literatur (von Schütz oder Barry Smith etwa) gründlich und ausführlich genug beschrieben und erörtert wurde. Es ist allerdings durchaus schwierig -- wie das notorische "frame problem" in der Logik und der Philosophie der künstlichen Intelligenz oder das Relevanzproblem in der Sprachphilosophie und der linguistischen Pragmatik zeigen --, für die kognitive Relevanz eine strukturelle Erklärung auszuarbeiten. Als Beitrag zu diesem Problem schlage ich ein Kriterium der Zuschreibung impliziter Überzeugungen vor.

Izvorni jezik
Ger

Znanstvena područja
Filozofija



POVEZANOST RADA


Projekt / tema
0196003

Ustanove
Institut za antropologiju,
Sveučilište u Zadru

Autor s matičnim brojem:
Tomislav Janović, (200803)