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Pregled bibliografske jedinice broj: 125224

Poetike hrvatske epike 18. stoljeća


Dukić, Davor
Poetike hrvatske epike 18. stoljeća, Split: Književni krug, 2002 (monografija)


Naslov
Poetike hrvatske epike 18. stoljeća
(Poetics of the Croatian Epic of the 18th Century)

Autori
Dukić, Davor

Vrsta, podvrsta i kategorija knjige
Autorske knjige, monografija, znanstvena

Izdavač
Književni krug

Grad
Split

Godina
2002

Stranica
207

ISBN
953-163-159-X

Ključne riječi
epika; osamnaesto stoljeće; poetika; narativna kompozicija; stih; formula; funkcija
(epic; 18th century; poetics; narrative composition; verse; formula; function)

Sažetak
POETIKEN DER KROATISCHEN EPIK IM 18. JAHRHUNDERT In diesem Buch werden die epischen Texte analysiert, die in den kroatischen Ländern im 18. Jahrhundert, bzw. im Zeitraum von 1683 (die zweite türkische Belagerung Wiens) bis 1792 (das Ende des Krieges, den die Habsburger Monarchie und Russland gegen das Osmanische Reich führten), entstanden sind. Das analysierte Korpus umfasst nicht die religiöse Epik, sondern nur die Texte, die die wichtigen politischen Ereignisse, d.h. die Ereignisse von "historischer Bedeutung" thematisieren. Es handelt sich meist um epische Gedichte, obwohl in dieser Periode auch einige umfangreiche Epen entstanden sind, wie z.B. Obkruženje Beča grada od cara Mehmeta i Kara Mustafe velikog vezijera von Petar Bogašinović, Nestrančno vezdašnjega tabora izpisavanje von Gregur Kapucin, Katarine II. i Jose II. put u Krim von Joso Krmpotić, Ispisanje rata turskoga pod Josipom cesarom II. von Blaž Bošnjak und das letzte kroatische Barockepos Sveti Ivan biskup trogirski i kralj Koloman von Petar Kanavelić, das zu demselben poetischen Korpus wie Osman von Ivan Gundulić, Dubrovnik ponovljen von Jaketa Palmotić-Dionorić und Obsida sigecka von Petar Zrinski gehört. Einige Spuren des Barockstils und der Poetik des Barockepos (wie z.B. Präsenz der höllischen und himmlischen Akteure) findet man nur in Obkruženje Beča grada von Petar Bogašinović und in Krmpotićs Put u Krim, und zwar als Folge der Nachahmung des Epos Osman von Ivan Gundulić. Die kroatische Epik des 18. Jahrhunderts hat keine einheitliche Poetik. In einer poetologischen Analyse haben sich drei poetische Modelle herauskristallisiert. Das erste Modell wird mit wenigen Abweichungen durch Metrik (der asymmetrische Zehnsilber), Phraseologie, Motive und Sujets der südslawischen mündlichen Epik charakterisiert. Da dieses Modell in den epischen Gedichten von Andrija Kačić Miošić am vollkommensten realisiert wurde, könnte man es als folkloristisch-kačićanisches Modell bezeichnen. Es rechnet mit dem weniger gebildeten, meist ruralem Publikum, das die künstlerische Epik am Hintergrund der mündlichen Epik rezipiert. Außer den epischen Gedichten in Kačićs Razgovor ugodni gehören zu diesem Modell auch die weltlichen Gedichte in Cvit razgovora von Filip Grabovac sowie die Gedichte von Kačićs Nachfolgern in seiner Heimat (Josip Radman, Luka Vladimirović, Ante Alačević) und Gedichte aus dem Werk des slawonischen Autors Josip Pavišević (Kratkopis poglavitiji događaja sadašnje vojske). Nur wenige poetische Charakteristika dieses Modells findet man bei den anderen Dichtern aus Kačićs Heimat (bei Andrija Dorotić, Mate Urlić, Paškal Jukić) und bei den slawonischen Epikern: Šimun Štefanec (Pisma od Ivana Salkovića), Joso Krmpotić (Joso Malenica ; Pjesma Crnogorcem) und Antun Ivanošić (Pjesma od junačtva viteza Peharnika ; Pisma od uzetja Turske Gradiške iliti Berbira grada). Das folkloristisch-kačićanische Modell ist also vor allem für die Literatur des ruralen Teils Dalmatiens und durch den Einfluss von Kačićs Razgovor ugodni, teilweise auch für die slawonische Literatur charakteristisch. Als poetischer Gegenpol zum folkloristisch-kačićanischen Modell ist ein Modell erkennbar, das durch eine Reihe von artifiziellen literarischen Verfahren gekennzeichnet ist, und deshalb im vorliegenden Text das artifizielle Modell genannt wird. Zu diesen artifiziellen literarischen Verfahren gehören z.B. der komplexe Reim, Polymetrie, Figuren wie Anagramm und Chronogramm, Rede eines unbelebten Wesens (eines Flusses, einer Stadt, eines Staates usw.), Rede eines Verstorbenen zu einem Reisenden oder Vorbeigehenden, Motiv des Kampfes zwischen heraldischen Symbolen, Reminiszenzen an das klassische Altertum, lateinische und lyrische Einschübe, Thematisierung der Schmuck- und Kunstgegenstände. Der eminenteste Repräsentant dieses Modells ist Pavao Ritter Vitezović mit seinem Werk Odiljenje sigetsko, das zu einer gewissen Popularität in der nordkroatischen Literatur des 18. Jahrhunderts gebracht hat. Zu dem artifiziellen Modell, das mit dem urbanen, gebildeten Publikum rechnet, werden noch die epischen Gelegenheitsgedichte von Mateša Antun Kuhačević und einige Werke von Joso Krmpotić (Put u Krim ; Radost Slavonije) gezählt. Einige artifizielle literarische Verfahren findet man auch in Joso Malenica und Pjesma voevodam austrijanskim i rosijanskim von Joso Krmpotić, in Nestrančno vezdašnjega tabora izpisavanje von Gregur Kapucin und in Pisma Ivanu Salkoviću von Šimun Štefanec. Die Dichtung der zeitgenössischen deutschen bzw. österreichischen Epiker (z.B. Johann von Besser, Johann Ulrich König, Franz Christoph von Scheyb, Johann Valentin Pietsch, Michael Denis, Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Philipp Hafner usw.) wird durch ähnliche literarische Verfahren charakterisiert. Obwohl in den vorliegenden Forschungsergebnissen keine direkten Einflüsse nachgewiesen werden konnten, kann man annehmen, dass die poetische/typologische Ähnlichkeit das Resultat einer produktiven Rezeption der deutschsprachigen Dichtung ist, besonders bei denjenigen kroatischen Autoren, die in den österreichischen Ländern gelebt haben (P.R. Vitezović, M.A. Kuhačević, J. Krmpotić). Die artifiziellen literarischen Verfahren sind sozusagen die selbstverständliche Verzierung der panegyrischen Gelegenheitsdichtung. Deshalb wundert nicht, dass die im 18. Jahrhundert geschriebenen panegyrischen Gelegenheitsgedichte der Dubrovniker Autoren (Petar Bašić, Ignjacije Gradić, Stjepo Rusić) auch zum artifiziellen Modell gehören. Ihr poetischer Stil bleibt aber größtenteils in der Tradition der Dubrovniker Dichtung des 17. Jahrhunderts. Zwischen dem folkloristisch-kačićanischen und dem artifiziellen Modell, steht in der kroatischen Epik des 18. Jahrhunderts ein drittes poetisches Modell, das in Anlehnung an den in der kroatischen Literaturgeschichte geläufigen Begriff pučka književnost (etwa volkstümliche Literatur) für die populäre, anspruchslose und dem Geschmack des breiten Publikums angepasste Literatur, im vorliegenden Text als volkstümliches Modell bezeichnet wird. Sein Stil stützt sich auf die einfache Volkssprache, die gelegentlich mit der Fach- bzw. Militärterminologie durchsetzt ist, aber, außer dem Zehnsilber, keine poetischen Ähnlichkeiten mit der mündlichen Epik hat. Die besten Repräsentanten dieses Modells sind das kurze epische Gedicht Senjčica von Pavao Ritter Vitezović, die umfangreichen Reimchroniken Ispisanje rata turskoga pod Josipom cesarom II. von Blaž Bošnjak und Nadodanje glavni događaja Razgovoru ugodnom naroda slovinskoga von Emerik Pavić und das epische Gedicht, das in Kalendar ilirički veröffentlicht und dem slawonischen Autor Josip Stojanović zugeschrieben wird. Die angeführten epischen Texte haben eine dominant informative Funktion. Dasselbe gilt auch für Gregur Kapucins Nestrančno vezdašnjeg tabora ispisavanje, noch eine Reimchronik bzw. ein Kriegsbericht in Versen, der aber auch einige Merkmale des artifiziellen Modells hat. Viele epische Werke der kroatischen Literatur des 18. Jahrhunderts befinden sich irgendwo an der Grenze zwischen den oben dargestellten Modellen. Das ist selbstverständlich, weil die poetischen Modelle vor allem als Hilfsmittel für die ökonomische Darstellung eines relativ großen literarischen Korpus dienen. Die literarische Praxis weicht oft vom Prinzip der kohärenten Poetik ab. Die deutschen/österreichischen Epiker kombinierten die artifiziellen literarischen Verfahren mit dem Stil des versifizierten Kriegsberichts (z.B. Militärterminologie bei J.U. König, J.v. Besser, J.W.L. Gleim, M. Denis). Ähnlich haben auch einige kroatische Autoren verfahren (M.A. Kuhačević, G. Kapucin, J. Krmpotić, A. Ivanošić). Die poetischen Modelle weisen aber sehr deutlich auf die regionalen Unterschiede innerhalb der kroatischen Literatur hin, was hier bereits erwähnt wurde. Es gibt aber auch einige allgemeine poetische Merkmale, die für fast alle analysierten epischen Texte charakteristisch sind. Die epische Darstellung der zeitgenössischen Kriege ist, außer bei E. Pavić und größtenteils bei F. Grabovac und A. Kačić Miošić, das Hauptthema der kroatischen Epik im 18. Jahrhundert. Diese Epik hatte meist einen Gelegenheitscharakter und ist deshalb sehr schnell in Vergessenheit geraten. Die Ausnahme ist wieder Kačićs Buch Razgovor ugodni, das den Höhepunkt seiner Popularität im nächsten Jahrhundert erreicht hat. Die kroatische Epik des 18. Jahrhunderts bietet ein säkularisiertes Weltbild ; in den Epen und epischen Gedichten dominiert die rein historische Thematik. Diese Epik ist aber gleichzeitig ideologisch oberflächlich, monologisch und opportunistisch, womit sie die stabilisierende gesellschaftliche Funktion erfüllt hat.

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Dukić, Davor
Poetike hrvatske epike 18. stoljeća, Split: Književni krug, 2002 (monografija)
Dukić, D. (2002) Poetike hrvatske epike 18. stoljeća. Split, Književni krug.
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